Direkt zum Inhalt
Blog
Shadow AI

Schatten-KI in Unternehmen: Risiko oder Innovationsmotor?

Während viele Unternehmen noch mit offiziellen KI-Richtlinien zögern, nutzen Mitarbeitende KI-Tools wie ChatGPT bereits längst auf eigene Faust. Willkommen in der Welt der "Schatten-KI". Was sich dahinter verbirgt, warum sie sowohl Risiko als auch Chance ist – und wie Unternehmen in der Schweiz klug damit umgehen können.

Was ist Schatten-KI?

Schatten-KI bezeichnet die inoffizielle Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeitende, ohne Freigabe oder Wissen der IT-Abteilung. Oft geschieht das aus Effizienzgründen: KI hilft beim Schreiben, Analysieren oder Programmieren. Problematisch wird es, wenn vertrauliche Daten in nicht abgesicherte Tools eingegeben werden oder rechtliche Vorgaben verletzt werden. Schatten-KI entsteht vor allem dort, wo offizielle Lösungen fehlen oder zu langsam eingeführt werden.

Chancen: Innovationsimpuls aus der Belegschaft

Schatten-KI ist auch ein Zeichen für Kreativität: Mitarbeitende wollen produktiver sein und experimentieren mit neuen Tools. So entstehen Innovationen und Anwendungsbeispiele, die dem Unternehmen langfristig nützen können. Viele Unternehmen erkennen mittlerweile: Schatten-KI zeigt, wo der Bedarf liegt. Wer hinhört, erfährt, welche Funktionen und Unterstützung die Mitarbeitenden sich wünschen.

Risiken: Datenschutz, Reputationsschaden und Rechtsverstösse

Doch Schatten-KI birgt erhebliche Risiken. Werden sensible Informationen in KI-Systeme eingegeben, die ihre Daten speichern oder weiterverwenden, drohen Datenschutzverstösse und Reputationsverluste. Zudem fehlt oft die Qualitätskontrolle über KI-Ausgaben. Auch regulatorisch wird es heikel: In der Schweiz gilt das Datenschutzgesetz, in der EU der neue AI Act. Wer sich nicht daran hält, riskiert Sanktionen.

Best Practices für Unternehmen

Anstatt Schatten-KI zu verbieten, sollten Unternehmen sie aktiv managen:

  • Transparenz schaffen: Mitarbeitende aufklären, was erlaubt ist – und was nicht.
  • Richtlinien definieren: Welche Tools sind zugelassen? Welche Daten dürfen nicht verarbeitet werden?
  • Alternativen bieten: Offizielle, sichere KI-Tools bereitstellen, die Schatten-KI überflüssig machen.
  • Schulungen durchführen: KI-Kompetenz ist in der EU bereits Pflicht, die Vorteile sind aber auch sonst naheliegend.
  • Governance etablieren: Monitoring, Rollen, Prozesse und Verantwortlichkeiten klar regeln.

Relevanz des EU AI Act für die Schweiz

Der neue EU AI Act ist auch für Schweizer Unternehmen relevant, wenn sie in der EU tätig sind oder ihre KI dort eingesetzt wird. Besonders wichtig: Artikel 4 verpflichtet Unternehmen zur Schulung ihrer Mitarbeitenden im Umgang mit KI. Auch wenn die Schweiz kein eigenes KI-Gesetz plant, orientiert sie sich zunehmend an den EU-Vorgaben. Wer Schatten-KI zulässt, ohne Kontrollmechanismen, handelt somit auch regulatorisch riskant.

Fazit: Vom Schatten ins Licht

Schatten-KI ist kein Randphänomen mehr. In vielen Unternehmen ist sie Realität – ob gewollt oder nicht. Wer sie ignoriert oder verbietet, verpasst die Chance, daraus zu lernen. Wer sie ernst nimmt, kann daraus einen Innovationsmotor machen. Entscheidend ist: klare Regeln, transparente Kommunikation, geeignete Tools und die Förderung von KI-Kompetenz.

Schatten-KI ist dann kein Problem mehr, sondern ein Impulsgeber für die Zukunft.

Wenn du für dein Unternehmen Guidelines oder eine Schulung zu KI erarbeiten willst, melde dich gerne bei uns. Wir helfen dir, KI sicher, sinnvoll und zukunftsfähig einzusetzen.